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AG 60 + in Linz mit Sven Lefkowitz – Von der Pflegestufe zu den Pflegegraden

Neues von der Pflegeversicherung.

Der Kreisvorstand der SPD Arbeitsgemeinschaft 60plus Neuwied hatte in die Gaststätte „Zum AltenStern 1001“ zur Veranstaltung „Neues von der Pflegeversicherung“ eingeladen. Als Gastredner konnten Sven Lefkowitz, Einrichtungsleiter der Senioren Residenz-Sankt Antonius aus Linz gewonnen werden. Vorsitzender Klaus Mertensacher begrüßte neben Lefkowitz auch die SPD-Wahlkreiskandidatin für den Landtag Birgit Haas, die ebenfalls als Diskussionspartnerin zur Verfügung stand. Sven Lefkowitz erläuterte den Zuhörerinnen und Zuhören zunächst die Veränderungen durch die Pflegestärkungsgesetz 1 und 2.

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Besonders ging er auf die kommenden Veränderungen von den bisherigen Pflegestufen zu Pflegegrade ab dem 01.01.2017 ein. So wird es zukünftig statt der drei Pflegestufen eine Einstufung in 5 Pflegerade geben. Hier werden sich auch die Kriterien der Einstufung verändern, so werden zukünftig nicht nur im Schwerpunkt körperliche Beeinträchtigungen und die daraus resultierenden Pflegeminuten sondern gleichberechtigt die Bereiche Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung und Umgang mir krankheitsbedingten Anforderungen, Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte im Focus der Begutachtung stehen. Automatischer Übergang vorhandener Pflegestufen in Pflegegrade Die Einteilung der Pflegebedürftigkeit wird von den Pflegeminuten weg, hin zum Grad der Selbstständigkeit geführt. Für die Pflegebedürftigen in den Senioreneinrichtungen wird es zukünftig einen einheitlichen Eigenanteil in der Finanzierung geben. Das bedeutet, dass die Bewohner in den Einrichtungen ab Januar 2017 unabhängig von ihrem tatsächlichen pflegerischen Bedarf alle den gleichen Beitrag bezahlen müssen. Sven Lefkowitz führte dazu aus, dass dies vom Gesetzgeber ein weiterer Schritt zur Stärkung des ambulanten Bereichs darstelle, da man davon ausgehen müsse, dass die niedrigen Pflegegrade dann möglicherweise aus Kostengründen eher ambulant versorgt werden würden, da es für diese Personengruppe in den Einrichtungen teurer würde. Positiv für die Angehörigen bewertete er, dass zukünftig jeweils ein Ansprechpartner für die Pflegeberatung durch die Pflegekassen zuständig sein soll und daher die Fragen schneller beantwortet und Bescheide bearbeitet werden könnten. Spannend bleibt laut Lefkowitz weiter die Frage, wie die Überarbeitung der Kriterien für die Pflegenoten ambulanter und stationärer Dienstleister ausgeht. Der sogenannte „Pflege-TÜV“ mit Schulnoten für die Anbieter war in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden, da die Ergebnisse für die Pflegebedürftigen keine echten Entscheidungshilfen darstellten. Positiv sieht Sven Lefkowitz die Ansätze zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Hier wird heute noch ein großer Teil der Arbeitszeit für doppelte oder überflüssige Dokumentationsarbeiten eingesetzt, die besser den Pflegebedürftigen zu Gute kommen sollte. Ein richtiger Schritt für die Sozialdemokraten ist es, dass zukünftig mehr Personen, die Renten-und Arbeitslosenversicherungsleistungen für die Pflege von Angehörigen erhalten können. Das muss nach Auffassung der SPD-Senioren noch weiter ausgebaut werden.. erhöhen:Beitragserhöhung um 0,2% für alle Beitragszahler auf 2.55 bzw. 2,8% Ein weiterer Diskussionspunkt war das Thema Fachkräftemangel in der Pflege. Hier waren sich alle Anwesenden einig, dass es noch größerer Anstrengungen bedarf, den Beruf der Pflegekraft zu attraktivieren. Hierzu gehören als Elemente die verbesserte Förderung der Ausbildung in der Pflege, die verbesserte Bezahlung und damit auch die bessere Refinanzierung durch entsprechende Sätze in der ambulanten und stationären Versorgung, sowie attraktivere Arbeitszeitmodelle und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier konnte Landtagskandidatin Birgit Haas auf die zahlreichen positiven Initiativen der Landesregierung mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer verweisen, die hier schon einiges bewegt hat.

Zudem brachte Birgit Haas auch den von Dreyer geplanten Pflegemanager in die Diskussion, der in der kommenden Wahlperiode flächendeckend in Rheinland-Pfalz eingeführt werden soll und zukünftig die Angehörigen von der Bürokratie und Organisation rund um die Pflege in ihrer Familie entlasten soll.

Ein richtiger und wegweisender Schritt befanden aller Diskussionsteilnehmer.

Nach der intensiven Diskussion zu den vielfältigen Themen rund um die Pflege waren sich die Organisatoren der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus einig, dass sie dieses Feld auch in der Zukunft mit weiteren Veranstaltungen begleiten werden.